DAS KATZENNEST
Wohlbefinden für Ihr Tier
Nützliche Tipps

Ich möchte auf diesem Wege versuchen, Ihnen aus meinen beruflichen Erfahrungen als tierärztliche Assistentin Entscheidungshilfen zu geben, die das Zusammenleben mit Katzen betreffen. Wenn Sie weiterführende Fragen haben, bitte diese im Gästebuch stellen, ich werde diese sehr gerne versuchen zu beantworten.

1.  Freigängerkatze/Wohnungskatze ?



 



 

Grundsätzlich wäre es jeder Katze zu wünschen, ein Freigängerleben haben zu dürfen, auch wenn damit Risiken verbunden sind (Verletzungen bei Streitgesprächen mit Artgenossen, Verletzungen im Zusammenhang mit Straßenverkehr, Möglichkeit des Davonlaufens oder des Auflesens durch einen Finder, Aufnahme von Giften oder das Gefangenwerden in diversen Fallen etc.) Allerdings erfahren diese Katzen ihren natürlichen Lebensraum mit all ihren Sinnen und können ihren Instinkten nachgehen (Jagdinstinkt, Sozialverhalten mit Artgenossen etc.) Die Freigängerkatzen sollten jedenfalls geimpft und gechipt sein.
Wenn die Lage der Wohnung (beispielsweise 6. Stock) keinen Freigang der Katze zulässt, wäre die Benutzung eines katzensicheren Balkons für das Tier eine adäquate Alternative, bei Fehlen eines Balkons möglicherweise ein katzensicheres (gegen Absturz) Fenster. Achtung bei gekippten Fenstern, diese können zur Falle werden und die Katze könnte sich verletzen oder sich durchzwängen und abstürzen. Auch Wohnungskatzen gehören geimpft (Bakterien werden durch Personen, welche die Wohnung betreten, beispielsweise mit dem Schuhwerk eingeschleust und können Krankheiten bei dem Tier hervorrufen). Sollte man sich also für eine reine Wohnungskatze entscheiden, könnte man sich jedenfalls um abwechslungsreiche Unterbringung (Höhlenverstecke, Kratzbäume, Fensterplätze etc) sorgen und wenn das Tier längere Zeit alleine in der Wohnung verbringt, über einen zusätzlichen Artgenossen nachdenken.

2. Kastration ja/nein/wann/wieso?




Ich müsste hier eigentlich nichts erklären, denn jeder Katzenbesitzer wird im entsprechenden Alter seiner Katze, egal ob Kätzin oder Kater, selbst draufkommen, warum es ratsam wäre, seinen Liebling zu kastrieren. Einzig und allein das Vorhaben, mit seinem Tier zu züchten, würde einer Kastration widersprechen. Warum also der Eingriff ?  Bei beiden Geschlechtern beobachten wir im Falle der Nichtkastration ab dem 6.Monat folgende Verhaltensweisen: Die Kätzin wird rollig, d.h. sie versucht lautstark um potenzielle Katzenväter zu werben und wird dies von den Katzenbesitzern lediglich als Katzenjammer im wahrsten Sinne des Wortes empfunden. Der Kater wird im Falle der Nichtkastration ab 6 Monaten Markierungsverhalten zeigen und an verschiedensten Plätzen in der Wohnung urinieren. Dies ist zwar nicht so laut wie das Gehabe der Kätzin, stinkt jedoch umso mehr. Auch im Falle von Freigängerkatzen wäre die Kastration angebracht, da so ungewollte Trächtigkeit oder Populationsvermehrung vermieden werden kann. Auch verweigern die meisten Katzenpensionen die Annahme von nichtkastrierten Katzen. Es handelt sich bei beiden Geschlechtern (Kätzin etwas schwerer) um einen verhältnismäßig leichten operativen Eingriff und wird dieser von nahezu allen Kleintierpraxen angeboten.

3.      Kater  oder  Kätzin ?






Grundsätzlich wird sich Ihre Katze, egal ob Kätzin oder Kater, so entwickeln, wie Sie es zulassen, ob Einzelkatze oder im Sozialverband, ob Freigänger oder Wohnungskatze, ob intensive Betreuung und Einbindung im Familienverband oder eher zum länger alleingelassenen Einzelgänger bestimmt (verdammt). Beide Geschlechter können verschmuste Stubentiger sein oder aber auch einen sturen Eigencharakter besitzen. Ob tatsächlich bestimmte Katzenrassen aussergewöhnlich verschmust und zugänglich sind, ist aus qualifizierten Katzenbüchern oder auch aus Infos aus dem Internet eruierbar. Die meisten von uns suchen ein Kätzlein aus optischen oder intuitiven Überlegungen aus und stellt sich erst im Nachhinein heraus, ob man sich eine Kätzin oder einen Kater zugelegt hat.

4. Bürsten und Brustgeschirr






Katzen sollte man bereits von klein auf bürsten, um einerseits die notwendige Fellpflege zu gewährleisten und andererseits die Katze auf den gegenständlichen Pflegevorgang einzustellen und die Katze daran zu gewöhnen. Beginnt man zu spät zu bürsten, nehmen die Katzen gerne Reissaus und ausserdem können Fellverknotungen beim Bürstvorgang Schmerzen verursachen, ..Fazit: ..die Katze nimmt wieder Reissaus.
Beabsichtigt man, mit der Katze auch mal einen Auslauf zu unternehmen, sollte man als Trockentraining in der Wohnung das Anlegen des Brustgeschirrs durchführen, damit die Katze auch daran gewohnt wird. Es ist oft zu beobachten, dass Katzen beim erstmaligen Anlegen gerne in eine Starre verfallen und sich nicht oder nur spärlich bewegen, da sie das umgebende Brustgeschirr in der Bewegung behindert. Es ist trotzdem darauf zu achten, dass das Geschirr eng anliegt, da sich die Katzen sehr schnell herauswinden und flüchten können.

5.  "Hilfe,
      meine Katze protestiert!"
 
     

Darunter versteht man, dass die Katze ohne Vorwarnung nicht mehr ihre Katzentoilette zweckbestimmt aufsucht, sondern in der Wohnung, egal ob auf dem Boden, gegen Möbelstücke, auf der Couch oder wo auch immer (mein Kater Leo beispielsweise auf die in der Küche befindlichen Obstschale) uriniert.
Tatsache ist, dass die Katze dies nicht mit bösem Vorsatz macht, um uns Menschen zu ärgern oder uns zu einem anderen Verhalten zu zwingen. Es ist lediglich Ausdruck dessen, dass sich das Tier unwohl fühlt, gestreßt ist, vor etwas Angst hat oder momentan veränderten Belastungen ausgesetzt ist. Daher bringen Strafen, wie etwa das Schlagen, das laute Anschreien oder Beschimpfen, das mit Wasser bespritzen oder die Verwendung von sogenannten Fernhaltesprays nichts. Vielmehr muss Ursachenforschung betrieben werden, als da beispielsweise wären: Die Katzentoilette wurde örtlich verändert, es wird im Bereich der Katzentoilette ein Duftspray eingesetzt, es werden Möbel verrückt oder ausgetauscht, es kommt zu einer Teil-Komplettrenovierung der Wohnung oder gar zu einem Wohnungswechsel, es kommt Familienzuwachs (Kinder) ins Haus, es kommt Familienzuwachs (weitere Tiere) ins Haus. Besteht der Zuwachs in weiteren Katzen, können dominante Katzen protestpinkeln, wenn die nicht akzeptierte (untertänige) Katze die gemeinsame Katzentoilette aufsucht. Die vorstehenden Beispiele zeigen auch teilweise die möglichen Lösungen, oft stellt sich das gewünschte Ergebnis beim Aufstellen einer zweiten Katzentoilette ein. Wenn trotz Herstellen der ursprünglichen Situationen keine Besserung eintritt, sollte der Weg zum Tierarzt gesucht werden, da nun eine ursächliche Erkrankung als Auslöser für das Protestverhalten  nicht ausgeschlossen werden kann.
(ältere Katzen: Blasenschwäche, Inkontinenz..) 

6. Katzenbisse:

Katzenbisse werden häufig stark unterschätzt, die Zähne sind sehr spitz und es entstehen nur sehr kleine oberflächliche Wunden. Gleichzeitig haften an den Katzenzähnen sehr viele Bakerien, die alsdann beim Zuheilen der Wunde eingeschlossen werden. Die Folgen können Entzündungen oder Abszesse sein und sogar bis zur lebensgefährlichen Blutvergiftung führen. Es können Versteifungen von Fingergelenken auftreten und ist auf jeden Fall anzuraten, dass bei jedem Katzenbiss, der unter die Haut geht, - also eine blutende Wunde verursacht -, unverzüglich der Arzt aufzusuchen ist, welcher Antibiotika verschreiben wird. Bitte auch nicht glauben, dass eine Wohnungskatze keine Bakterien in sich trägt und weniger gefährlich ist, die Keimbesiedelung der Katzenzähne sind nämlich in Zusammenhang damit zu sehen, dass Katzen Fleischfresser sind und sich bei Bissen sehr aggressiv auswirken können. Unzählige Beispiele von "Katzenbissopfern" findet ihr im Internet. 

        Infektion nach Biss schreitet fort 


        


Oa. Photos zeigen Katzenbissverletzungen, welche 2-3 Tage alt sind, eindeutig zu erkennen die umgebenen Schwellungen und Verfärbungen durch die Entzündungen, operative Eingriffe sind hier unumgänglich.

7. Tägliche Gefahren für Ihre   
    < Katzennase >

     

Gekippte Fenster: Wer Katzennasen kennt, weiß, dass der Freiheitsdrang und die Neugierde sehr stark ausgeprägt sind. Bei gekippten Fenstern (Schrägstellung) können Katzen einerseits in die Freiheit entwischen, sich andererseits jedoch sogar verletzen, indem sie eingezwängt werden und sich nicht mehr vor - oder rückwärts bewegen können. Sollen daher Katzen Frischluft schnuppern dürfen, aber die Wohnung nicht verlassen, wäre ein entsprechende Vergitterung eines Fensters eine Möglichkeit.

Bio-Müll: Nicht alles, was gut schmeckt, tut gut, ein verdorbener Magen und damit verbunden Erbrochenes oder Durchfall können die Folgen sein.

Schnüre: Wollfäden, Schuhbänder, Zwirnfäden, Schnurvorhänge etc. gehören nach dem Spiel mit den Katzennasen außer Reichweite gebracht, das sich selbst Überlassen mit dem vermeintlichen "Schnur-Spielzeug" kann böse Folgen haben. Katzen kauen oft Schnüre und verschlucken sie auch teilweise. Nicht selten mussten daher beim Tierarzt meterlange Zwirn-oder Wollfäden operativ entfernt werden (Darmverschluss, Erstickungsgefahr).
 
Weitere Gefahren, welche nicht näher erläutert werden müssen, heiße Herdplatten, offene Toilettendeckel, eingelassene Badewannen, ungesicherte Balkone, giftige Pflanzen (wie beispielsweise Dieffenbachie, Efeu, Gummibaum, Weihnachtsstern, Azalee, Amaryllis). Reine Wohnungskatzen verlieren den Instinkt und können nicht unterscheiden, ob eine Pflanze, an der sie lecken oder nagen, giftig oder ungiftig ist. (Eine ausführliche Auflistung über Giftpflanzen ist im Internet aus der Giftpflanzendatenbank der Universität Zürich erhältlich) Auch das Trinken aus Topfpflanzenschalen sollte den Katzen unmöglich gemacht werden, auch hier können Vergiftungen (Chemikalien) die Folge sein. Weitere Gefahren durch Putzmittel, Medikamente, Chemikalien, Schokolade (enthaltene Stoffe Theobromin und Coffein können Herzversagen verursachen), geöffnete Waschmaschinen-Wäschetrockener sowie verschluckbare Kleinteile (Gummiringerl etc).